Altersgeschichte, Besitzverhältnisse und Länderzug
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Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit, das ist die Reihenfolge des menschlichen Zeitlaufes von Urmenschen, dem Höhlenbewohner bis zum modernen Gelehrten des 20. Jahrhunderts. Die Steinzeit ging 2500 Jahre vor Christi zu Ende. Es folgte die Bronzezeit, welche bis Christi Geburt, vielleicht aber auch noch 500 Jahre nach Christi andauerte. Die Bronzezeit wurde allmählich von der Eisenzeit abgelöst, die heute noch besteht. Menschliches Leben ist in unserer Lausitz durch zahlreiche Gräberfunde, bis in die Zeit 2500 Jahre vor Christi, nachgewiesen worden. Etwa 1500 Jahre vor Christi wanderte bei uns ein Volksstamm ein, welcher kurzweg die „Lausitzer" genannt wurde. Deshalb entstand wohl in unserer Gegend der Name „Lausitz". Zur Zeit um Christi Geburt sind die Lausitzer hier wieder ausgewandert. Ganz Europa durchzog im 4.Jahrhundert ein gewaltiger Völkerstrom. In unsere Lausitz kamen die Germanen. Es sollen Burgunderstämme gewesen sein. Da aber die Lausitz damals größtenteils aus Urwald und Sumpf bestand, wanderten viele Germanen wieder weg nach Westen. Um das Jahr 800 nach Christi rückten dann slawische Völker vom Osten her in die Lausitz ein. Dadurch entstand ein Völkergemisch von Germanen und Slawen. Mehrere Jahrhunderte lebten sie im Kriegszustand. Diese Slawen waren die Vorfahren der heutigen Wenden. Der Name „Tettau" tritt erstmals 1220 mit dem Zeugen Lupoldus de Tettowe in das Licht der Geschichte, welcher sich aber auf eine Person und nicht auf unseren Ort bezieht. Ob ein Zusammenhang zwischen dem Ort und der Person besteht, ist nicht nachweisbar. Die vielen Schreibweisen des Ortsnamens ( u.a. Tetaw, Tetthaw, Tettan, Detta) ermöglichen keine eindeutige Zuordnung zur Erklärung. Es gibt verschiedene Deutungen dafür:
Tettau ist das nordwestlichste Dorf in der Oberlausitz. Der Ort tangiert die Grenzpulsnitz, die alte Grenze zwischen Sachsen und Schlesien und die Grenze zur historischen Flur des Schraden bzw. dem Schradenland. Die Bodenwertzahl beläuft sich auf 27. Es ergibt sich zwangsläufig die Frage, warum sich die Bauern gerade auf solchen schlechten Böden ansiedelten oder angesiedelt wurden, wo doch weiter südlich bessere Böden zu finden waren und das Gebiet bisher wenig besiedelt war. Es können in erster Linie nicht wirtschaftliche, sondern gesellschaftliche und wehrpolitische Gründe gewesen sein, hier auf dieser Linie in der nördlichen Heide Bauern als Siedler anzusetzen. Demnach ist Tettau eines der ältesten Dörfer im Heideland. Es kann nur als vorgeschobener Posten verstanden werden, der den äußersten Siedlungsraum der nördlichen Landnahme durch sorbische Bauern unter Führung und Leitung deutscher feudaler Grundherren markierte. Diese Siedlung sollte die Randzone des gewonnenen Landes gegen fremde bzw. feindliche Ansprüche, Angriffe und Eingriffe schützen und sichern. Die Ortslage bildet ein halbmondförmiges Straßendorf, in dem ehemals vorherrschend Fachwerkbauten anzutreffen waren. Diese Form des Ortes gründete sich auf eine hohe Grundfeuchte des Bodens, welche die Anwohner zwang, auf etwas höher gelegene Standorte ausweichen. Es wurde die Dreifelderwirtschaft angewendet, die mit Flurzwang verbunden war. Eine gemeinschaftliche Bestellung, Bearbeitung und Ernte ist durchgeführt worden. Für Weiden und Hölzer galt eine große Allmende. Die Flur war in Gewanne unterteilt. Tettau wurde als Halbdorf bezeichnet, dass heißt, zur Hälfte gehörte es zum Besitztum eines Rittergutes und der restliche Teil war von freien Bauern besiedelt. So hatte das Dorf 1827 sechs Ganzhüfner, vier Halbhüfner, acht Großgärtner, zwölf Kleingärtner und sechzehn Häusler. Die Eindeichung der Schwarzen Elster änderte unser spreewaldähnliches Gebiet, dass durch viele Wasserläufe verzweigt war, wo der Kahn als Verkehrsmittel zum Erreichen der sumpfreichen Felder diente. Die Gemarkung Tettau grenzt im Westen an die Gemarkung Lauchhammer, im Osten an die Gemarkung Frauendorf und im Süden an die Gemarkung Lindenau. Sie hat eine Gesamtgröße von 815,73 ha und ist durch Mischung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen gekennzeichnet. Tettau hatte im Hinblick auf die Besitzverhältnisse eine wechselhafte Geschichte. Georg von Gersdorf belehnt seinen gleichnamigen Sohn am 21. April 1584 mit den Gütern Hermsdorf, Lipsa und Tettau. Bis zum Jahre 1610 war das Dorf im Besitz derer von Gersdorf und Lipsa auf Ruhland. Die Söhne Hans Georg von Gersdorfs verkauften das Gut zur Schuldablösung. Von 1641 bis 1664 war Tettau Eigentum von Frau Elisabeth von Loß, die es 1664 an Hans Christoph von Loß vererbte. 1677 verkaufte der von Loß Dorf und Gut Tettau an Frau Elisabeth von Minkwitz. Der Besitz fällt 1679 durch Erbschaft an Gottlob Ehrenreich von Gersdorf. Gottlob Ehrenreich von Minkwitz erwirbt das Gut 1680 und seit dieser Zeit gehört Tettau immer zu Lindenau. Die Lindenauer verkauften, in der dritten Generation nach Gottlob Ehrenreich von Minkwitz, den Gesamtbesitz an Frau Eleonore, verwitwete von Brause, geborene von Bork auf Weißig. Von 1741 bis 1777 befand sich Lindenau im Besitz des Ministers Graf Heinrich von Brühl und seiner Söhne, die es an die Familie von Vieht verkauften. Die letzten Besitzer waren die Fürsten zu Lynar - Grafen von Redern (1839-1945). Seit 1945 ist Tettau ein eigenständiges Dorf. Die wechselvolle Geschichte des Ortes, ließ es zu den unterschiedlichsten Ländern gehören:
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